Archäologischer Arbeitskreis (AAK)

Erforschung der Baugeschichte der Burg Kervendonk in Kevelaer-Kervenheim

Arbeitskreise  

Der Archäologische Arbeitskreis (AAK) im Historischen Verein für Geldern und Umgegend e.V. beschäftigt sich mit der Erforschung der Baugeschichte der Burg Kervendonk in Kevelaer - Kervenheim.

Geschichtlicher Hintergrund:

Erstmals wird die Burg Kervenheim in einer Urkunde vom 4. März 1270 genannt: Ritter Stephan von Wissel und sein Sohn Wilhelm übertragen ihr Eigentum an der Burg Kervenheim an den Grafen Dietrich VII. von Kleve. Wie lange diese Burg vor der Übertragung an den Grafen von Kleve schon in Kervenheim gestanden hat, ist bis heute nicht geklärt. Es ist aber davon auszugehen, daß die Burg wesentlich älter ist und zu den ältesten Burganlagen am Niederrhein zählt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Burganlage zu dem „Kastelitypus" ausgebaut, wie wir ihn auf der Zeichnung von Jan de Beyer aus den 1740er Jahren kennen. Die prächtige Burg fiel 1757 einen verheerenden Stadtbrand zum Opfer. Ein Rest der Gebäude blieb als Gutshof erhalten. In der 70er Jahren unseres Jahrhunderts wurden weitere Teile des Gutshofes abgerissen. Seit 1898 gehört ein Teil des Burggeländes der evangelischen Kirchengemeinde, der andere Teil ist Privatbesitz.

Derzeitiger Kenntnisstand:

Bisher liegen keine baugeschichtlichen Untersuchungen der Burg Kervendonk vor. Lediglich die Klevische Katasterkarte von 1735 zeigt einen Grundriß der Burganlage. Seit Anfang 1997 steht das Burggelände und die „Stadt Kervenheim" unter Bodendenkmalschutz. Bei der Erdgasverlegung in diesem Jahr wurde ein Graben durch den gesamten Ortskern gezogen und von der Grabungsfirma van de Graaf (Kleve) archäologisch begleitet. Dabei wurden Erkenntnisse zur Ortsentwicklung gewonnen. Die Burgforschung könnte hier weitere bedeutsame Fakten liefern.

Erforscht werden soll die Baugeschichte der Burg Kervendonk.

Hierzu ist es erforderlich in einem ersten Arbeitsschritt den derzeitigen Gesamtbestand der Gesamtanlage vermessungstechnisch aufzunehmen. Das heißt das gesamte zur Burg gehörende Areal, der Gebäudebestand und das umliegende Gelände müssen lage- und höhenmäßig erfaßt und kartenmäßig dargestellt werden. Zeitgleich werden Archivunterlagen gesichtet und die Literatur wird durchgearbeitet.

Mit Hilfe dieser Planungsgrundlagen soll in einem zweiten Schritt durch geeignete Sondierbohrungen der Untergrund erkundet werden. Das heißt, die ehemalige Geländeoberfläche wird ermittelt, die Mächtigkeit der Aufschüttung um die Burganlage festgestellt und der Verlauf der umgebenden Grabenanlage rekonstruiert.

In einem dritten Abschnitt werden die aufgehenden Fassaden der vorhandenen Bausubstanz mit Hilfe von photogrammetrischen Untersuchungen erfaßt und in Aufrissen dargestellt. Erst jetzt läßt sich ein dreidimensionales Bild der Anlage erstellen.

Im vierten Abschnitt wird die Innenanlage der Burg untersucht. Durch die Ermittlung von Mauer- und Fundamentstärken, Aufmaßen von Mauerwerksfugen und Anbauten können so unterschiedliche Bauabschnitte festgestellt und eventuell zeitlich zugeordnet werden.

 

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