Karl-Heinz-Tekath-
Förderpreis

Preisträger

Karl-Heinz-Tekath-</br>Förderpreis  

2010:  Marina Cremer und Manuel Hagemann

Zwei junge Wissenschaftler aus der Region erhalten am Freitag, dem 19. März 2010,  den „Karl-Heinz-Tekath-Förderpreis zur Erforschung von Geschichte und Kultur der  Niederrheinlande“: Für ihre Magisterarbeit „Die Amsterdamer Monstranz in der St.  Nicolaikirche in Kalkar“ wird die Kunsthistorikerin Marina Cremer aus Sonsbeck-Hamb ausgezeichnet. Als weiteren gleichberechtigten Preisträger ehrt der Historische Verein für Geldern und Umgegend den Historiker Manuel Hagemann aus Kranenburg für seine Studie „Johann von Kleve. Der Erwerb der Grafschaft Kleve 1347“. 

Namensträger des Preises, der 2010 zum dritten Mal vergeben wird, ist der 2004 verstorbene langjährige Archivar des Kreises Kleve Karl-Heinz Tekath. 
Dass für die diesjährige Preisverleihung des Tekath-Preises nicht nur historische Beiträge eingereicht wurden, hat die fünfköpfige Jury mit Freude zur Kenntnis genommen. Es entspricht der Absicht, nicht nur historische Untersuchungen, sondern auch archäologische, kunsthistorische, sprachwissen- schaftliche oder geographische Arbeiten zu fördern. 

Ein Goldschmiedewerk erzählt Geschichte

Im Mittelpunkt der von Marina Cremer an der Universität Köln vorgelegten Magisterarbeit steht ein Kunstobjekt, das um 1575 auf abenteuerlichem Wege von Amsterdam an den Niederrhein gelangt ist. Die Autorin hat nicht nur eine umfassende kunsthistorische Deutung der Monstranz vorgelegt, sondern auch die Geschichte einer Amsterdamer Patrizierfamilie erzählt, die in den Wirren der Reformationszeit am Niederrhein Zuflucht fand. Gerade dieser grenzüberschreitende Aspekt der Arbeit von Marina Cremer entspricht den Intentionen des Preises in besonderem Maße. 

Kleve in der Krise 

Manuel Hagemann hat in seiner an der Universität Bonn vorgelegten Magisterarbeit Person und Politik des 1368 verstorbenen klevischen Grafen Johann erstmals umfassend behandelt. Methodisch überzeugend, so betont die Jury, geht er den territorial-, verfassungs-und verwaltungsgeschichtlich bedeutsamen Aspekten der Herrschaft des Grafen nach und widmet sich ausführlich der Rolle der 16 klevischen Städte, des zunehmend an der Verwaltungsorganisation beteiligten Adels und einer allgemeinen Professionalisierung des Regierungssystems. Gerade in dieser Hinsicht sind von der zur Zeit entstehenden Dissertation Hagemanns wichtige neue Erkenntnisse zu erwarten. 

Der Historische Verein hat als regionale Geschichtsvereinigung ein großes Interesse daran, dass die Erforschung der niederrheinländischen Kultur ständig neue Impulse erhält. Von beiden Preisträgern, davon ist die Jury überzeugt, werde man in Zukunft noch viel hören und lesen. Der mit insgesamt 2500 € dotierte „Förder“-Preis soll dabei nicht nur finanziell helfen. 

Bilder von der Preisverleihung

Fotos: Lucien Pijper 

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