Karl-Heinz-Tekath-
Förderpreis

Preisträger

Karl-Heinz-Tekath-</br>Förderpreis  

2008:  Tim Terhorst

Tim Terhorst (26) hat seine Magisterarbeit über das Leben in Elten unter niederländischer Verwaltung geschrieben. Gestern bekam für die anschauliche und fachkundige Arbeit den Karl-Heinz-Tekath-Preis für junge Wissenschaftler.

Er ist jung, er ist sympathisch und er kennt sich mit Leben im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bestens aus. Ein halbes Jahr lang hat sich Tim Terhorst für seine Magisterarbeit mit dem Leben in Elten zwischen 1949 und 1963 beschäftigt. Dafür erhielt der 26-Jährige aus Rees-Millingen gestern Abend im Bürgerforum den Karl-Heinz-Tekath-Förderpreis für junge Wissenschaftler verliehen. Die im Saal bereitgestellten Stühle reichten bei weitem nicht aus, um Familie, Freunde und Mitglieder historischer Vereine zu fassen. Auch die Familie des 2004 verstorbenen Kreisarchivars Karl-Heinz Tekath gehörte zu den Gästen.

Politik mit „Graf Senkrecht“

„Ich bin wirklich selten sprachlos, aber ich freue mich so wahnsinnig, wie viele Menschen gekommen sind“, sagte Tim Terhorst nach seiner Auszeichnung. Gerd Halmans, Vorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, sowie Professor Guillaume van Gemert von der Universität Nimwegen ehrten ihn mit einer Urkunde sowie einem Scheck über 2500 Euro. Mit Fotos und einem anschaulichen Vortrag ließ Tim Terhorst anschließend die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg lebendig werden.

Zeitzeugen haben dem 26-Jährigen für seine an der Universität Münster angefertigte Magisterarbeit erzählt, wie die Bevölkerung den Alltag meisterte, als Elten plötzlich unter niederländischer Verwaltung stand. Terhorst erzählte davon, wie markante Persönlichkeiten wie der „Graf Senkrecht“ genannte Gemeindedirektor die Politik im „Drostamt Elten“ organisierte, und wie die Touristen in Scharen anreisten, um bis 24 Uhr einzukaufen. Er berichtete vom behutsamen Vorgehen der „Besatzer“ und davon, wie er anhand von Fallbeispielen das Verhältnis zwischen Deutschen und Niederländern in dieser Situation herausarbeitete.

Der Jury aus Mitgliedern beider Länder hat das Vorgehen des jungen Mannes gefallen. „Wir haben uns einmütig und mit großer Überzeugung für Tim Terhorst entschieden“, stellte Gerd Halmans klar. Seine Arbeit sei als „Brücke der deutsch-niederländischen Verständigung“ zu verstehen, sagte Professor van Gemert in seiner Laudatio. Terhorst zeige hervorragend, wie Mikrostrukturen im Dorf in der Lage waren, übergeordnete politische Bahnen umzukrempeln, und kenne sich bestens in der Materie aus.

(SARAH DICKMANN; RP v. 13. 4.2008)

Bilder von der Preisverleihung

Fotos: Lucien Pijper / Peter Liebert

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