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Das Wohnhaus
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Salon im Erdgeschoss
Frühstückszimmer
im Obergeschoss

Das Wohnhaus

der Blaufärberfamilie Lawaczeck

Das spätklassizistische Gebäude aus dem Jahre 1859 wurde als Wohnhaus des Nieukerker Bürgermeisters Pohl am damals nördlichen Ortsrand der Gemeinde errichtet. Im Jahre 1863 brachte es dann Hermann Lawaczeck, der Begründer der Blaufärberei in Nieukerk, durch Kauf in den Besitz der Familie, die dem "Haus Lawaczeck" bis zum heutigen Tag ihren Namen gibt. Der im dörflichen Ortsbild auffallende, repräsentative Bau weist in der Fassadengestaltung klassizistische Merkmale auf, wie die Fassadensymmetrie, den Mittelrisalit, den schönen Drempel, Trauf- und Fensterbankgesimse, die profilierte Türeinfassung etc.

Der Besucher wird bereits im Flur von Jagdtrophäen empfangen. Der zentrale Flur teilt das Erdgeschoss: Von ihm aus sind die ehemaligen Wohnräume der Familie sowie die Küche und das sogenannte Kontor zugänglich. Zur Linken befindet sich das ehemalige Damenzimmer (1), dahinter das noch im ursprünglichen Stil möblierte Herrenzimmer (2). In beiden Räumen war zwischen 1945 und 1955 die Arztpraxis von Dr. Therese Sack, geb. Lawaczeck, untergebracht. über die rechte Seite des Flurs gelangt man in den Salon (3), der die bürgerliche Wohnkultur aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts präsentiert. Zahlreiche Gemälde des Jagdmalers Alfred Mailick (1869 - 1946), eines Freundes der Familie, geben dem Raum seine besondere Atmosphäre.

Das ehemalige Firmenkontor (4) - im hinteren Teil des Hauses zum Innenhof hin gelegen - verfügt noch über die Zentraluhr des Betriebes. Hier fanden u. a. die Besprechungen der Geschäftsführern mit den Lieferanten statt. In der alten Küche (5) - ebenfalls zum Innenhof gelegen - befindet sich ein vergleichsweise schlichter Fliesenboden vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ehedem befand sich die Herdstelle in der Mitte des Raumes. Heute ist noch ein elektrischer AEG-Herd aus den vierziger Jahren zu sehen. Andere, kleinere Einrichtungsgegenstände lassen die "gute alte Zeit" wieder lebendig werden.

Das gesamte Gebäude ist unterkellert, wobei Fenster zur Hauptstraße sowie ein Treppenzugang zum Innenhof führen.

Im Obergeschoss ist neben dem neu geschaffenen Ausstellungsraum (6) das Frühstückszimmer (7) hervorzuheben. Hier befindet sich die ehemalige Einrichtung des Damenzimmers, die - im feinen Jugendstildekor gehalten - eine gewisse Vornehmheit ausstrahlt. Fotografien von der Familie und deren Verwandten, ein um 1923 entstandenes großes Kinderporträt des Malers Josef Strater und die beiden Büsten der Lawaczeck-Töchter Huberta und Therese, die der Krefelder Kunstprofessor Theodor Akkermann schuf, ergeben ein schönes Ensemble und lassen einen familien- und kunstgeschichtlich interessanten Raum entstehen.