Pressespiegel



Zum fünften Mal wurde die Auszeichnung vom Historischen Verein für Geldern und Umgegend vergeben
Die Preisträgerinnen kommen aus Groningen und Köln.

Laudator de Jong mit den Preisträgerinnen Anna Janina Bannach (l.) und Nienke de Jong
(Foto: Gerhard Seybert)

Die Jury des Karl-Heinz­Tekath-Förderpreises war schon Deutschen und Niederländern besetzt. Doch erst jetzt, mit der fünften Verleihung, überschreitet die Auszeichnung auch bei den Empfängern die Grenze. Mit Nienke de Jong (24) aus Groningen zählte erstmals eine Niederländerin Geehrten. Sie nahm gestern im Bürgerforum den insgesamt mit 2500 Euro dotierten Preis gemein­sam mit der 28-jährigen Anna Janina Bannach aus Köln entgegen.

Gerd Hahmarms, Vorsitzender des den Preis stiftenden Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, er wähnte bei seiner Begrüßung die schwierige Aufgabe der fünfköpfigen und preiswürdige Vorschläge eingereicht worden." Jurymitglied und Laudator Jos Schatorjé wertete die wachsende der Nominierungen als Indiz dafür, dass sich der Preis zu einer Institution entwickle.Nachdem zunächst vornehmlich historische Arbeiten zum Hoch- und Spätmittelalter eingereicht wurden, liest die Jury zunehmend Untersuchungen zu anderen Epochen und Disziplinen, zum Beispiel Kunstgeschichte und Archäologie.

„Das Arnheimer Kloster Betha­nien als Produktionszentrum von Handschriften für einen geldrisch niederrheinischen Markt (1450-­1580)" lautet das Thema der prämierten Masterarbeit, die Nienke de Jong an der Universität Groningen geschrieben hat. Schatorjé lobte die an Stundenbüchern von zwei Schwestern des Klosters ansetzende Recherche der jungen Wissen­schaftlerin. Sie habe immer mehr Exemplare ausfindig gemacht, habe verfrüht gezogene Schlüsse hinterfragt und gegebenenfalls redigiert. Die Bedeutung Arnheims für die Produktion der von Frauen aus der Oberschicht nachgefragten Hand­schriften wurde nachgewiesen.

Die an der FH Köln entstandene Masterarbeit von Anna Janina Ban­nach befasst sich mit einer Anna Selbdritt des Dries Holthuys aus Warbeyen. Sie sei an das Thema herangegangen wie ein Kriminalist, der einen alten Fall zu rekonstruie­ren hat, berichtete Schatorjé. In me­thodischer Hinsicht, etwa durch die Untersuchung des für die Skulptur verwendeten Holzes, eröffne die Ar­beit überraschende Perspektiven.

Beide Berichte bezeichnete der Experte für Kunstgeschichte aus Venlo als vorzüglich. Deren Vertie­fung durch weiterführende Arbeiten dürfte neue Einsichten bei der Erforschung gewähren.

(Quelle: RP v. 21. März 2015, Michael Klatt)


GELDERN. Mehr als 5.000 Aufnahmen zählt das Fotoarchiv von Heinz Bosch. Seit den 60er Jahren hat der Geldrianer und Ehrenvorsitzende des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend seine geliebte Heimatstadt auf Fotofilm und Speicherkarte gebannt. 342 Farb- und Schwarzweiß-Aufnahmen hat er ausgewählt für den Bildband „Geldern – Impressionen einer aufstrebenden Stadt“, den die historischen Vereinigung nun als 111. Band ihrer Schriftenreihe herausgegeben hat. Seit fast einem halben Jahrhundert rückt Heinz Bosch Geldern in den Fokus und findet: „Es ist erstaunlich, wie viel sich hier verändert hat.“

Buchvorstellung800

„Impressionen einer aufstrebenden Stadt“ zeigt der Geldern-Bildband von Heinz Bosch (3.v.r.), den der Historiker nun zusammen mit Rudolf Franken, Jakob Janßen, Gerd Halmanns, Gerd Koppers und Volkwart Lyhme (v.l.) vorgestellt hat.
NN-Foto: Nina Meyer

Als Historiker und langjähriger Autor für den Geldrischen Heimatkalender musste er immer wieder feststellen: „Es fehlen viele Aufnahmen aus der Gelderner Geschichte.“ Das sollte sich für die Nachgeborenen ändern. Das Fotografieren wurde ihm zur „inneren Verpflichtung“ und so greift Bosch seit 1960 immer wieder zur Kamera und hält vor allem die baulichen Veränderungen in Geldern fest. Seine Sammlung hat er längst dem Kreisarchiv zur Verfügung gestellt. Mit dem neuen Bildband können nun alle interessierten Gelderländer einen Streifzug durch fast fünf Jahrzehnte Stadtgeschichte unternehmen. Dabei haben Heinz Bosch nicht nur die „Schokoladenseiten“ Gelderns interessiert. „Es waren auch einige Schandflecken dabei, an die sich wohl kaum einer mehr erinnert“, berichtet er. Aber vor allem die rasante Entstehung neuer Stadtviertel, von den Siedlungen am Boeckelter Weg und Haagschen Feld in den 60ern über die Stadtkern-Sanierung bis zum aktuellen Nierspark, findet er beachtlich. So versteht sich auch der Titel „Impressionen einer austrebenden Stadt“ als positive Bilanz. Bosch: „Das sieht vielleicht nicht jeder so. Aber wer die Entwicklung miterlebt hat, muss anerkennen, wie außergewöhnlich diese Expansion in der Geldrischen Stadtgeschichte ist.“ Neben dem Kapitel über das Stadtbild widmet sich Bosch aber auch Leben und Festen in der Stadt. „Gewaltig, was sich hier getan hat“, schwärmt er und zählt auf: „Früher feierte man gerade mal Kirmes und St. Martin. Heute gibt es Karneval, Straßenmaler, Straßenparty, Landlebenmarkt, Geldernsein-Festival und vieles mehr.“ So macht der Fotograf mit seiner Sicht auf die Dinge keinen Hehl daraus, dass er ein großer Fan seiner Heimatstadt ist, der er ein weiteres gelungenes historisches Dokument gewidmet hat. Gerd Halmanns, Vorsitzender des historischen Vereins, freut sich über den neuen Titel: „Heinz Bosch kennt die Gelderner Stadtgeschichte wie kein anderer, gut fotografieren kann er auch noch und er liebt seine Stadt über alles.“ Seine Bilder dokumentieren die Entwicklung der Stadt, seine Kommentare zu den Fotos liefern die wissenswerten Hintergründe. Das Layout entwickelte der Autor gemeinsam mit Rudolf Franken aus Kevelaer, Volkwart Lyhme sorgte für das Lektorat, Gerd Koppers für die organisatorische Abwicklung. Die Sparkasse Krefeld hat das Projekt mit einer großzügigen Spende unterstützt.
Der Bildband „Geldern – Impressionen einer aufstrebenden Stadt“ ist die Jahresgabe an die Mitglieder des historischen Vereins und abzuholen im Kreisarchiv in Geldern. Im Handel ist das Buch ab sofort zum Preis von 24 Euro erhältlich.

Nina Meyer


Die Schüler Theresa Reinicke, Tim Petroschinski, Schavien Rajan, Lena Hanke, Hannah Valentien, Lisa-Marie Giesen und Marie Huschka gemeinsam mit ihrem Lehrer Gerd Halmanns. FOTO: Thomas Bin

Kerken. Mit zeitgenössischen Liedern eröffnete der Vokalpraktische Kurs des Lise-Meitner Gymnasiums im Haus Lawaczeck seine Ausstellung. Der Titel: "1914-1918. Der Landkreis Geldern und der Erste Weltkrieg". Von Liss Steeger

Ganz unterschiedlichen Gebieten haben sich sieben Schüler der Jahrgangsstufe 11 im Projektkurs Geschichte gewidmet: Theresa Reinicke "Ernährungsgrundlage im Landkreis Geldern", Schavien Rajan "Wirtschaft in Geldern und Umgebung", Tim Petroschinski "Alltagsprobleme an der Heimatfront", Lena Hauke "Propaganda", Hannah Valentin "Front und Heimat", Marie Huschka "8.8.1914 - Der Auszug der Gelderner Garnison", Lisa-Marie Giesen "Jugend, Kindheit, Schule".

Gerd Halmanns dankte als Geschichtslehrer dem Historischen Verein für Geldern und Umgebung und gleichzeitig dankte er als Vorsitzender dieses Vereins dem Lise-Meitner-Gymnasium, dass diese Ausstellung so zustande kommen konnte. In weitgehend selbstständiger Forschung haben sich die Schüler das Thema akribisch erarbeitet und die Angebote der Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen genutzt. Ganz eng wurde mit umliegenden Museen und Archiven zusammengearbeitet. Die seit Jahren bestehende Partnerschaft mit der Universität Duisburg-Essen bereitete den Weg zur Projektarbeit. Mit Hilfe des Instituts für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung (InKuR) wurde ein eintägiger Workshop durchgeführt.

Nach einem Aufruf trafen auf Leihbasis, manchmal auch als Geschenk, Feldpostbriefe, lokale Fotos, Illustrierte, Orden, Plakate, bedruckte Teller, Becher und andere "Militaria" ein. Außerdem wurden für die Ausstellung Sammelbilderalben, Geduldspiel für den Schützengraben, das Quartett "Fürsten, Feldherren und Helden", Taschenuhren, Pfeifen, eine Trommel, Eisenmünzen, ein Kreuz aus Granatsplittern sowie ein Fernrohr der kaiserlichen Marine zur Verfügung gestellt. Als wahre Kostbarkeit dürfte neben einem Tagebuch auch das Notizbuch des "Jägers" Pins sowie das handgeschriebene Koch- und Backbüchlein mit Kriegskuchen-Rezepten angesehen werden. Die sieben Schüler übten mit ihrem Projekt die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens. Sie lernten ebenfalls Bibliografien, Zitieren, Verfassen von Kurztexten für Ausstellungstafeln, Konzipieren von Teilen der Ausstellung, Pressearbeit und sie führten ein Expertengespräch mit dem Lokalhistoriker Heinz Bosch.

(Quelle: RP v. 23. 6. 2014)


29. März 2014

Geldern

Preisträger des Preises "Geldersche Wend", des Kulturpreises der Stadt Geldern:
v. l. n. r.: Gerd Koppers als Vorsitzender des St, Martinkomitees, Gerd Halmanns als Vorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, Bürgermeister Janssen, der die Preise verlieh, und Johannes Loercks von der Feuerwehr Geldern, der Mann der die Rescue Days nach Geldern holte.

Foto: Tobias Koppers

Kerken

Drachentochter kommt aus Nieukerk

Gerd Lange, Gerd Halmanns und RP-Lokalchef Lutz Küppers beglückwünschen die neue Drachentochter Ingrid Büschkes. FOTO: Gerhard Seybert

Kerken. Ingrid Büschkes betreut seit vielen Jahren mit ihrem Mann für den Historischen Verein das Haus Lawaczeck. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde sie bereits vor wenigen Tagen von der Gemeinde Kerken ausgezeichnet. Von Stefan Kriegel

Wenige Tage vor Weiberfastnacht gibt es jedes Jahr für eine außergewöhnliche Person eine besondere Überraschung. Immer sind es Frauen. Es geht um die Auszeichnung zur Drachentochter des Jahres. Gestern nun standen Gerd Lange für das KKG beziehungsweise die Stadt Geldern und Lutz Küppers, Lokalchef der Rheinischen Post in Geldern, am Tor von Ingrid Büschkes in Nieukerk. Sie ist die Drachentochter 2014 im Gelderland.

Bereits einen Tag zuvor hatte die Jury – ehemalige Drachentöchter sowie Mitglieder des KKG, die Stadt Geldern, Sparkasse und Rheinische Post – getagt und die Nieukerkerin zur neuen Drachentochter erkoren. Gerd Halmanns, Vorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, hatte die Nieukerkerin nach Absprache mit seinem Vorstand vorgeschlagen.

Er gab zu der Idee auch eine ausführliche Begründung ab: "Ingrid Büschkes ist seit mehr als zehn Jahren die ,Seele' von Haus Lawaczeck, Museum und Begegnungsstätte des Historischen Vereins in Nieukerk. Sie organisiert Veranstaltungen und Ausstellungen, kümmert sich persönlich um jeden, der dort aktiv ist, schmückt das Haus auf unnachahmliche Weise mit Blumen und Kunst, entwickelt ständig neue Ideen, um das Haus mit Leben zu füllen." Im vergangenen Jahr habe sie, so der Vorsitzende weiter, beim Nieukerker Geschichtsrundgang zum zweiten Mal vor Schülern die Theaterrolle der Fabrikbesitzerin Lawaczeck gespielt, kostümiert wie in der Zeit des Kaiserreichs. Unzählige Schüler- und Erwachsenengruppen hat sie in den vergangenen Jahren durch das einzigartige Haus geführt. "Ich glaube: Sie ist vor nichts und niemandem bange, hat immer einen guten Spruch auf den Lippen, ist unendlich hilfsbereit und überdies eine große Freundin des Nieukerker Karnevals", fügt Halmanns noch hinzu. Gerd Lange verdeutlicht einvernehmlich mit dem Vorsitzenden des Historischen Vereins, dass der Drachenorden für ein besonderes caritatives und soziales Engagement stehe. "Die Trägerin des Drachenordens müsse schon eine gewisse Vorbildfunktion haben", pflichtet Lutz Küppers bei.

Wie hoch das Engagement von Ingrid Büschkes in der Gemeinde Kerken geschätzt wird, wurde auch erst kürzlich dadurch deutlich, dass Bürgermeister Dirk Möcking unter anderem dem Ehepaar Ingrid und Hans-Josef Büschkes erstmals den Kerkener Ehrenamtspreis verlieh. Er erklärte damals unter anderem: "Sie hauchen dem Haus Lawczeck ehrenamtlich Leben ein, indem sie die Begegnungsstätte des Historischen Vereins betreuen. Beide arbeiten auch im Geschichtsarbeitskreis und anderen Vereinen mit und wurden mit bereits dem Rheinlandtaler ausgezeichnet."

(Quelle: RP vom 8. Februar 2014 )


Was hat Hape Kerkeling mit ihrer Arbeit zu tun, Frau Kelzenberg?

Kathrin Kelzenberg ist eine ausgezeichnete Wissenschaftlerin. Sie erhält für ihre Arbeit über Johann I. von Kleve den Förderpreis des Historischen Vereins Geldern

Ein Interview der NRZ


 

Fundgrube der Geschichte

NIEDERRHEIN. Duelle sind seit 1717 verboten, die Folter darf seit 1725 nicht mehr zu drakonisch ausfallen und Friedrich II. hält Juristen an, ihre Verfahren zu beschleunigen. Diese Beispiele für die Gesetzgebung im preußischen Gelderland des 18. Jahrhunderts sind nur drei von 1.090 Rechtsquellen, die der Maastrichter Historiker Prof. Louis Berkvens für sein jüngstes grenzüberschreitendes Buchprojekt zusammen getragen hat. 

Der Historische Verein für Geldern und Umgegend hatte nun ins Haus Lawaczeck in Nieukerk eingeladen, um die 644-seitige Edition „Plakkaten, Ordonnanties en Circulaires voor Pruisisch Gelre (1713-1798)“ vorzustellen.

HV

Regelwerk unserer Vorfahren: Der Historische Verein für Geldern und Umgegend hatte Vertreter deutscher und niederländischer Geschichtsvereine sowie des LVR ins Haus Lawaczeck in Nieukerk eingeladen, um das grenzüberschreitende Buchprojekt von Prof. Louis Berkvens (vorne, Mitte) vorzustellen.
NN-Foto: Nina Meyer

Mit dem 22. Band der Reihe „Werken“, die vom Limburger Geschichtsverein LGOG veröffentlicht wird, behandelt Berkvens nach der Gesetzgebung in Spanisch- und Österreichisch-Geldern nun die Rechtsverordnungen aus den Jahren 1713 bis 1798 in Preußisch-Geldern und schließt damit eine wichtige Lücke im Studium der Rechtsgeschichte für weite Teile des heutigen Niederrheins. Unterstützt wurde das Projekt vom Landschaftsverband Rheinland (LVR). Zur Buchvorstellung begrüßte Gerd Halmans, Vorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, die niederländischen „Kollegen“ sowie Vetreter des LVR. Er sagte: „Dieses Projekt passt sehr gut zur Aufgabe unseres Vereins. Denn wenn wir etwas über unsere Herkunft und Identität in der Geschichte erfahren möchten, müssen wir über den Tellerrand blicken und grenzüberschreitend zusammen arbeiten.“

Louis Berkvens stellte die Bedeutung seiner fünfjährigen Arbeit an dem Buch für das Studium der Rechtsgeschichte, der Gesetze und Verordnungen im Gelderland heraus: „Sonst sind die Quellen leider nicht gut zugänglich.“ Seine Dokumente fand er in Archiven im niederländischen Kessel und in Berlin. Begleitend zum Buch gibt es den „Digitalen Erlasssucher“ für das Oberquartier Geldern im Internet. „Indem die Quellen nun öffentlich zugänglich sind, können wir die historische Untersuchung demokratisieren“, freute sich Berkvens. Auch Dr. Arie Nabrings, Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums, lobte diese neuen Wege der Edition: „Die pralle Fülle des Lebens blättert sich hier auf. Die Quellen zeigen, wie man beispielsweise mit Schützenwesen, Brauereien, Kirmes und Karneval umgegangen ist. Das Ergebnis ist ein Regelwerk unserer Vorfahren, um den Alltag zu regulieren.“

Die Buchversion ist in niederländischer Sprache verfasst, enthält jedoch eine deutschsprachige Einführung. Die Quellen sind chronologisch geordnet und in kurzen Texten zusammen gefasst. Im Internet können Geschichtsinteressierte den Katalog nach Schlagworten oder auch Daten durchsuchen. Zum Teil konnten die Original-Schriftstücke digitalisiert und online gestellt werden. Von anderen Papieren hat Berkvens Transskriptionen erstellt.

Berkvens: „Es ist eine gute Idee für die Euregio, die Geldrische Geschichte zu digitalieren und zugänglich zu machen als Fundgrube der Geschichte.“
Die Online-Version ist für jeden einsehbar unter lrg.unimaas.nl/lrg/search/index.jsp. Das Buch gibt es zum Preis von 40 Euro beim Historischen Verein für Geldern und Umgegend und im Kreisarchiv in Geldern.
Nina Meyer

zum „Digitalen Erlasssucher“ »

Niederrheinnachrichten vom 24. 11. 2012


Goldstück für die Heimat

VON MICHAEL KLATT 

Geldern (RP). Gerd Halmanns, Vorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, ist gestern mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet worden. Er ist ein Beispiel gegen die Ausdünnung der Pflege von Heimatgeschichte

Winfried Schittges durfte den Rheinlandtaler an einen sichtlich gerührten Gerd Halmanns (li.) überreichen.
Foto: Gerhard Seybert

Mit dem Trend zu schwimmen, ist mühelos. Sich dagegen zu stemmen, wird hin und wieder mit einem Preis belohnt. So wie gestern im Refektorium des Berufskollegs in Geldern. Dort wurde Gerd Halmanns mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Als Beispiel gegen den in den vergangenen Jahrzehnten zu beobachtenden Trend, wie die Pflege der Heimatgeschichte merklich ausgedünnt werde. Das stellte Winfried Schittges, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, in seiner Laudatio fest.

Gerade die Erforschung und Vermittlung der lokalen und regionalen Geschichte sei auf Persönlichkeiten mit einem "langen Atem" angewiesen, betonte der Landtagsabgeordnete. Seit fast drei Jahrzehnten engagiere sich Halmanns in vorbildlicher Weise für die Heimatgeschichte der Stadt Geldern, des geldrischen Raumes und des Niederrheins.

Zur Person

Beruf: Gerd Halmanns ist Lehrer am Lise-Meitner-Gymnasium in Geldern. Er unterrichtet Geschichte, Deutsch und Niederländisch.

Verein: Seit 2002 ist Halmanns Vorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend. Der Verein umfasst 1500 Mitglieder, die am ganzen Niederrhein beheimatet sind.

Vor allem in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend tut der 59-jährige Lehrer viel für das Geschichtsbewusstsein. Seit 1982 gehört der gebürtige Weezer diesem Verein an, ist dort seit 1993 einer der Redakteure des jährlich erscheinenden "Geldrischen Heimatkalenders". Lang ist die Liste seiner Veröffentlichungen. Zuletzt erschien 2010 von ihm "Geldern für Kinder und andere Neugierige". Schittges lobte dieses Buch als gelungenes Beispiel dafür, "wie man Kindern die Stadtgeschichte vermitteln kann".

Den Beifall aller Gäste und Würdigungen noch anderer Redner nahm Halmanns außer dem Taler samt Urkunde entgegen. Stellvertretende Landrätin Hubertina Croonenbroek dankte ihm für die gute Zusammenarbeit zwischen Kreis Kleve und Historischem Verein. Gelderns stellvertretender Bürgermeister Rolf Pennings drückte im Namen von Rat und Verwaltung, aber auch persönlich "Respekt und Dank für eine außergewöhnliche Leistung" aus.

Halmanns leitete seine Dankesworte mit einem Hinweis auf den geschichtsträchtigen Ort der Feierstunde ein. Im Refektorium des alten Klosters Nazareth der Augustinerinnen hätten einst Herzöge gespeist. Die Arbeit an und für die Geschichte bezeichnete der Geehrte als Erlebnis, und der Rheinlandtaler motiviere ihn, mit dem weiter zu machen, "was ich sowieso gerne tue". Die Auszeichnung sei auch für den gesamten Historischen Verein mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern zu werten, betonte Halmanns. Und dass er zu der Zeremonie auch niederländische Gäste begrüßte, war kein Zufall. "Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit ist mir enorm wichtig."


Neuer Schatz für die Stiftung

Johannes Kisters hat seine Sammlung mit Notgeld und anderen Dokumenten aus der Geschichte Gelderns an die Stiftung von Emilie und Hans Stratmans übergeben. Sie soll später Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.

Sie ist eine kleine Zeitkapsel, die Wasserburg Haus Ingenray. In dem Kaminzimmer erhebt sich eine Bücherwand, Buch an Buch reiht sich bis an die hohe Decke. Alte Stiche zieren die Wände. Hier haben Emilie und Hans Stratmans ihre Stiftung gegründet. Das Ergebnis jahrzehntelanger Sammlerleidenschaft wird hier konserviert und soll irgendwann jungen Wissenschaftlern zugänglich gemacht werden, die sich mit der Geschichte Gelderns beschäftigen wollen. 

Die Sammlung ist nun um einen großen Schatz erweitert worden. Johannes Kisters hat seine umfangreiche Sammlung mit Geld aus verschiedenen Epochen, aber auch Lebensmittelkarten und anderen Dokumenten aus der Geschichte Gelderns der Stiftung übergeben. Der 89-Jährige sitzt auf dem Sofa am offenen Kamin, neben ihm seine Frau Käthi. Immer wieder lächelt er verschmitzt, wenn er erzählt, wie er schon als Kind Steine und Schmetterlinge gesammelt hat. Dass er noch immer viel mit dem Rad unterwegs ist - 1000 Kilometer hat er allein in diesem Jahr auf dem Drahtesel zurückgelegt. 

Durch seine Sammelleidenschaft ist er viel herumgekommen. "Immer, wenn es einen Trödelmarkt oder eine Haushaltsauflösung gab, war Johannes Kisters vor Ort, immer auf der Suche nach Stücken, die ihm noch fehlen", erzählt Heinz Bosch, der gemeinsam mit Heinz Stratmans Ehrenvorsitzender des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend ist.

Mit der Sammlung von Johannes Kisters gehen mehrere Ordner in die Stratmans-Stiftung ein, die prall gefüllt sind mit akribisch sortierten Dokumenten, darunter eine vollständige Sammlung von Geldscheinen, die die wechselvolle Geschichte Deutschlands des vergangenen Jahrhunderts erzählen.

"Die Sammlung soll in ihrer Geschlossenheit und Einzigartigkeit erhalten bleiben", betont Heinz Bosch, "hier in der Stiftung darf sie nicht auseinandergerissen werden, so soll auch der Name Johannes Kisters erhalten bleiben."

Als Historiker blicke er nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft, so Heinz Bosch: "In 100, 200 oder 500 Jahren haben Wissenschaftler noch immer die Gelegenheit, anhand der Sammlung die Geschichte von Geldern zu erforschen." 

(RP v. 24. 11. 2010)


Wir trauern um

Karl Heinz Bösken-Diebels
* 15. 7. 1927     † 2. 9. 2006 

Wir haben einen liebenswerten Freund und engagierten Förderer unseres Vereins verloren.

Der Tradition des Niederrheins fühlte er sich sehr verbunden.

Als Mitglied des Beirats im Historischen Verein setzte er sich lange aktiv für die Erforschung geldrischer Geschichte und die Pflege der regionalen Kultur ein.

Einer breiten Öffentlichkeit war Karl Heinz Bösken-Diebels als Fotograf des Geldrischen Heimatkalenders vertraut: Von 1993 bis 2003 prägten seine Bilder das Jahrbuch. In ihrem künstlerischen Anspruch ebenso wie in ihrer dokumentarischen Genauigkeit haben sie Maßstäbe gesetzt.

Wir vergessen nicht, dass wir ihm viel zu verdanken haben, und fühlen mit seiner Familie.


Von Herzögen, Wundern und Soldaten

Geschichte und Geschichten aus dem Gelderland

Hörspiel
ISBN 3-938217-03-0 / empfohlener Ladenpreis 18,90 Euro

Erscheinungstermin 28. August 2006

Ein Hörspiel über das Gelderland, seine Geschichte, seine Abenteuer, seine Helden – das ist die neue Produktion des Singland Verlages! In Kooperation mit dem Historischen Verein für Geldern und Umgegend e.V. ist dieses aufwändige Hörspiel entstanden.

Der Inhalt in Kürze:

Drei Herren kommen in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts regelmäßig zusammen, um sich über die Geschichte des Gelderlandes auszutauschen. Es sind die Herren Joseph Mooren, Pfarrer aus Wachtendonk, Friedrich Nettesheim, Kaufmann aus Geldern, und Constantin von Ruys, Bürgermeister von Wachtendonk, Wankum und Herongen. Alle drei sind Geschichtsfreaks und sie nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte, zurück in die Geschichtedes Gelderlandes.

Sie stellen uns Mechthild von Kleve vor, Pastor Tillmanns aus Straelen, oder den Abenteurer Herzog Wilhelm I. von Kleve, der einen Krieg gegen ganz Europa anzettelte. Sie erzählen von der Gründung Gelderns genauso wie von der Drachensage oder dem Kampf um Nimwegen. Und im Jahr 1851 sind es diese drei Herren, die den Historischen Verein für Geldern und Umgegend e.V. gründen!

Das 76minütige Hörspiel ist mit Topsprechern besetzt. Unter anderem dabei sind Fritz Stavenhagen, bekannt aus dem Kindermusical Ritter Rost, Kristina Walter (Lindenstraße, Tatort) und Martin Zuhr (RTL, TV Kaiser) sowie andere hochkarätige Sprecher. Die Musik wurde eigens für dieses Hörspiel komponiert.

Das Drehbuch schrieb die Wahlniederrheinerin Casy M. Dinsing, die auch für die Regie verantwortlich zeichnet. Der Historische Verein für Geldern und Umgegend unterstützte das Projekt mit seinem umfangreichen Wissen und gibt dieses Hörspiel für seine Mitglieder als Jahresgabe heraus.



Wir trauern um

Wolfgang Dassel
* 5.10.1943        † 9.11.2005



Wir haben einen sehr liebenswerten und äußerst engagierten Freund verloren.

Seit vielen Jahren arbeitete Wolfgang Dassel im Vorstand des Historischen Vereins, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender. Er leitete den Archäologischen Arbeitskreis des Vereins, war Autor für den Geldrischen Heimatkalender, Verfasser und Bearbeiter von vielen Büchern zur Geschichte und Vorgeschichte unserer Region.

Wolfgang Dassels außergewöhnliche Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, bewiesen besonders die von ihm durchgeführten, sehr beliebten Studienfahrten.

Mit großer Freude und pädagogischem Geschick konnte er sein umfangreiches Wissen über die niederrheinische Geschichte und Landschaftsentwicklung vermitteln. Intensiv pflegte er Verbindungen über die deutsch-niederländische Grenze.

Wir fühlen mit seiner Familie.